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<title>Stimmengewirr </title>
<link>http://mischabach.blogg.de/</link>
<description>Weblog der Autorin Mischa Bach: Kriminalromane, Drehbücher, Theaterstücke, Kurzkrimis, Workshops, Lesungen</description>
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<lastBuildDate>Wed, 10 Mar 2010 21:15:22 +0100</lastBuildDate>
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<title>Links</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=574</link>
<description><![CDATA[<br />
Nein, ich bin weder plötzlich parteipolitisch unterwegs noch hinterhältig und gemein, und es geht auch nur am Rande darum, dass es mir schleierhaft ist, warum es mir seit Tagen bei Blogg.de unmöglich ist, Links zu setzen (aber ich hoffe schwer, die Funktion kehrt zurück - es reicht, dass die Statistikfunktion ebenso auf Nimmerwiedersehen verschwand wie die Möglichkeit, der/die/das Bloggroll zu bearbeiten). Vielmehr ist David Mitchells <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wolkenatlas"><span style="font-style: italic;">Der Wolkenatlas</span></a> ein wunderschönes Beispiel für vernetztes Erzählen auf schlichtem Papier ...<br /> <br /><br /> <br />
Ein wahrhaft ver-rückter Roman ist das: Sechs Geschichten von sechs Menschen, die in unterschiedlichen Jahrhunderten und auf verschiedenen Kontinenten leben, werden auf verschiedenste Art erzählt. Alles beginnt mit dem Tagebuch eines amerikanischen Notars, der 1850 per Schiff Ozeanien bereist- bis es, sehr zum Ärger eines britischen Komponisten, der es 1931 in Belgien liest, mittendrin abbricht. Frobisher, so der Name des Komponisten, erzählt die Geschichte seiner Flucht in einer Folge von Briefen seinem Freund (und Geliebten), dem Wissenschaftler Sixsmith. Jahrzehnte später trifft dieser Wissenschaftler dann auf eine junge Reporterin Luisa Rey, die er auf die Fährte eines Atomskandals führt. Deren Geschichte erscheint als Teil eines Romanmanuskriptes, das ein heruntergekommener Verleger liest - zumindest, soweit er es in der Bibliothek des Altenheimes, in das man ihn sozusagen entführt hat, vorhanden ist. Mittendrin erfährt der Leser noch die Geschichte eines koreanischen Klons aus der Zukunft und obendrein vom Nachhall einer ungenannten, globalen Katastrophe .. erzählt von einer Art postzivilisiertem, hawaianischen Ziegenhirten und, nun ja, Abenteurer und vielleicht sogar Schamanen. Geheimnisvolle Male und auditive Dejà-vus von Frobishers &quot;Wolkensextet&quot; verbinden Vergangenheit und Zukunft, jede Figur hat ihre eigene Erzählweise und Sprache (wobei der postapokalyptische Hawaianer unter Missachtung sämtlicher heutiger Grammatik- und Rechtschreibregeln am weitesten geht, was für mich erstmal recht gewöhnungsbedürftig war) und zugleich sind sie alle miteinander verbunden ...<br />Furios ist der Schluss, für den alle Fäden wiederaufgenommen und ganz neu verknüpft werden, ohne dass dabei die paradoxe Natur des Ganzen ausgeräumt würde und das Ganze gar in einer simplen Rechnung aufginge. <br />Insgesamt ist Mitchell eine sehr eigensinnige Komposition, ein sinnliches Vergnügen der lesbaren Art und obendrein ein Buch, das sich sämtlichen Genregrenzen, Erzählkonventionen und wohl auch allem Marktgesülze großartig entzieht, gelungen. Ich kann nur sagen: Danke für das Lesevergnügen!<br />]]></description>
<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 21:15:22 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Was für die Ohren ....</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=573</link>
<description><![CDATA[<br />
... und, zumindest in vielen Fällen, auch für die Augen gibt's bei meinen Lesungen. Sowohl in Lage (am <span style="font-weight: bold;">12.03.10</span>) als auch in Essen (am <span style="font-weight: bold;">21.03.10</span>) werde ich neben spannender Literatur auch Gemälde im Gepäck haben. Inzwischen stehen schon wieder eine ganze Reihe Lesungen für dieses Jahr fest - für die Details jetzt bitte erstmal selbst weiterlesen. Dann wissen Sie, wann und wo Sie sich von mir vorlesen lassen können!<br />
 <br /><br /> <br />
<br />Am <span style="font-weight: bold; text-decoration: underline;">12. März 2010</span> bin ich ab 19.30 Uhr mit dem Programm &quot;Kreativ &amp; Kriminell&quot; in der VHS Lage bei einer Wein-Lesung. Wem also das bloße Zuhören nicht reicht, wer die Kunstbetrachtung alleine scheut, und Soloweinproben öde findet, dem wird hier geholfen. Krimi- und Kunstfans kommen bei der Gelegenheit allemal auf ihre Kosten!<br /><span style="font-weight: bold; text-decoration: underline;">Eintritt: </span>10 € (bitte bei der VHS voranmelden &amp; nochmal nachfragen!)<br /><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Tatort:</span></span> Weinhof, Haferbachstraße 69, 32791 Lage<br /><span style="font-weight: bold; text-decoration: underline;">Veranstalter:</span> VHS Lage<span style="font-family: Arial Unicode MS;">, Lange Straße 124, 32791 Lage, Tel.: 05232/955021 </span><table rules="NONE" frame="VOID" cols="1" cellspacing="0" border="0"><tbody><tr><td height="17" align="LEFT" width="148"><br /></td></tr></tbody></table>Auch bei meiner Lesung im Rahmen der <span style="font-weight: bold;">Hofkultur</span>, die mich am <span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Sonntag<span style="text-decoration: underline;">, den 21.03.10</span></span><span style="text-decoration: underline;"></span></span> um 11 Uhr in den Beginenhof Essen-Rüttenscheid führen wird, heißt es wieder<span style="font-style: italic;"> &quot;Kreativ &amp; Kriminell, Bücher &amp; Bilder von Mischa Bach&quot;</span> und natürlich werde ich auch meinen aktuellen Roman <span style="font-style: italic; font-weight: bold;">&quot;Rattes Gift&quot;</span> zusammen mit verschiedenen Gemälden im Gepäck haben. Aber es gibt noch mehr: Mithilfe von Ausschnitten aus meinen Romanen und der einen oder anderen Kurzgeschichte werde ich der Frage nachgehen, was haben Liebe und Gewalt miteinander zu tun und warum braucht's Galgenhumor, um sowohl das eine oder andere zu überleben? <span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;"></span></span><p><span style="font-weight: bold;"><span style="text-decoration: underline;">Tatort:</span></span><span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;">&nbsp;</span></span>Beginenhof Essen, Goethestr. 63-69, 45130 Essen <span style="font-weight: bold; text-decoration: underline;">Eintritt:</span><span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;">&nbsp;</span></span><span style="font-weight: bold;">8 € </span><span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;"></span></span></p><p><span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;"><br /></span></span></p><p>Am <span style="font-weight: bold;">18.6.2010 </span>lese ich zusammen mit meinen Kollegen Gesine Schulz, Volker König und Karr &amp; Wehner beim <span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Tatort Essen: &quot;Hängen im Schacht&quot;</span></span> in der VHS Essen am Burgplatz. Beginn 19.30 Uhr, Eintritt frei. <br /></p><p><br /></p><p>Am<span style="font-weight: bold;"> 4. September 2010</span> bin ich im <span style="text-decoration: underline;">Literaturhotel Franzosenhohl </span>und lese nicht nur für die Teilnehmer meines Erzählseminars oder Menschen, die gleich ein Autorenwochenende gebucht haben. Auch Leute, die einfach nur auf der Suche nach einem spannenden Literaturabend sind, sind herzlich willkommen! <br /><span style="text-decoration: underline; font-weight: bold;">Weitere Infos</span> gibt's im Literaturhotel,Danzweg 25,58644 Iserlohn, Tel. 02371 82072-0, Fax 02371 82072-79. <br /></p><p><br /></p><p>Am <span style="font-weight: bold;">16. September 2010</span> freu ich mich auf eine <span style="text-decoration: underline; font-weight: bold;">Ladies Crime Night</span>, diesmal in Duisburg im Steinhof. Details zu dieser Veranstaltung folgen, sobald ich sie habe. <br /></p><p><br /></p><p>Und am <span style="font-weight: bold;">2.10.2010</span> folgt mit der langen <span style="font-weight: bold; text-decoration: underline;">Kriminacht im Bürgermeisterhaus</span> in Essen-Werden ein ganz besonderes Highlight im Rahmen des kulturhauptstadtmäßig erweiterten <span style="font-style: italic;">Mord am Hellweg</span>. Auch hier gibt's die Details, sobald ich sie habe. <br /></p><br />Weitere Lesungen für 2010 sind z.B. bei den Krefelder Krimitagen und auf der Criminale in der Nordeifel in Planung. Mehr Infos gibt's zu gegebener Zeit (oder bei meiner Agentin Eva Pfitzner vom <a target="_blank" href="http://www.leserattenservice.de/">Leserattenservice</a>).<br />
Und Sie wissen ja: Wenn Ihre Stadt nicht im Terminplan erscheint oder Sie eine ganz besondere, gar individuell auf Sie zugeschnittene (Krimi)Lesung wünschen, können Sie mich <a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/index.php?cat=Lesung+gef%E4llig%3F">buchen</a>.<br /><br /><br />
Ob Lesebühne oder Wohnzimmer, Theaterfoyer, Buchhandlung, Bar oder Bank - gemeinsam finden wir sicher das passende Programm ...<br />
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<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 18:30:28 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Lückenbüßer</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=572</link>
<description><![CDATA[<br />
Erst sah es so aus, als wolle sich Essen lächerlich machen, indem es ohne Kulturdezernenten ins Kulturhauptstadtjahr ging. Dann fand es mit Andreas Bomheuer doch noch wen, der Oliver Scheytt (der sich lieber aufs Prestigeobjekt Ruhr.2010 konzentrieren mochte) nachfolgen wollte. Tja, und nun haben wir den Salat, oder wie soll man's sonst nennen, wenn der für die Stadtkultur zuständige Mensch meint, beim Sparen dürfte auch das Nachdenken über die Schließung ganzer Sparten der Theater- und Philharmonie nicht tabu sein? <br /> <br /><br /> <br />
Dass gespart werden muss, liegt auf der Hand. Dass der Kämmerer  Oper, Philharmonie, Ballett oder Schauspiel (oder am liebsten gleich drei bis vier aus dieser Reihe?) zur Disposition stellt, mag mangelnder Sachkenntnis geschuldet sein. Aber von einem Kulturdezernenten erwarte ich, dass er sich für sein Fachgebiet konstruktiv einsetzt. Von Herrn Bomheuer hörte, sah und las ich seit seinem Amtsantritt am 23. Dezember nichts. Und das lag mit Sicherheit nicht daran, dass ich nicht nach entsprechenden Nachrichten gesucht hätte ...<br />Da könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass es für die Kultur in Essen besser gewesen wäre, man hätte den Posten unbesetzt gelassen. Billiger wär's allemal gewesen. <br />
]]></description>
<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 21:29:51 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Antikulturdorf am Rande des Baldeneysees</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=571</link>
<description><![CDATA[<br />
So treffend bezeichnete <a href="http://www.richard-rogler.de/">Richard Rogler</a>, heute abend zu Gast im <a href="http://www.theater-essen.de/asp/gesamt.asp?sparte=3" target="_blank">Grillo-Theater</a>, Essen. Ich finde, das haben sich die Stadtväter mit ihrem hirnlosen Sparwahn (nicht zu verwechseln mit der höchst seltenen Kunst des Haushaltens ...) und dem Gerede von Theater- bzw. Spartenschließungen verdient. Nicht nur weil Kulturhauptstadtjahr ist. Sondern auch, weil es idiotisch wäre, ein Sprechtheater wie das Grillo, das mehrfach als bestes Theater NRW ausgezeichnet war, und eine Weltklasseoper wie das <a href="http://www.theater-essen.de/asp/popupnews.asp?idnews=736&sparte=1" target="_blank">Aalto</a> kaputtzusparen. Ich kann da nur sagen: Hier riecht's nach Kulturkaputtjahr. Und ... Wahljahr ist auch, hier in NRW. Schade, dass ich noch von keiner Partei irgendwas nennenswertes in Sachen Kulturpolitik gehört oder gelesen habe.  <br />
 <br /><br /> <br />
Dabei reden sie doch alle von Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Wie soll denn das gehen, ohne Kultur, vor allem ohne eine allen zugängliche, öffentliche Kultur? Das ist doch der &quot;Trick&quot; an der Subvention von Theatern, Opern, Museen, etc. - nur so können die Tickets bezahlbar für alle Interessierten bleiben.<br />Und jetzt bitte keine Vergleiche mit sauteuren Popmusikkonzertkarten oder Musicaltickets. Ersteres ist ein Versuch, trotz kostenloser Musicdownloadarien, Musikerleben zu finanzieren, letztere sind Teil reiner Wirtschaftsunternehmen.<br />Für mich gehört aber Kultur in dieselbe Kategorie wie Schulen. Die werden ja auch von der öffentlichen Hand - also uns allen - finanziert, damit jedes Kind eine Schulbildung bekommen kann. Jedes, nicht nur die, deren Eltern zahlen können.<br /><br />
]]></description>
<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 23:58:27 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Kultursumpf</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=570</link>
<description><![CDATA[<br />
Einerseits erscheint mir die Kultur in der Politik wie eine Art Sumpfdotterblume zwischen lauter Rosen und Lilien - da zieht's niemanden hin, der in Partei, Rat oder Parlament was werden will. Andererseits verlaufen meine Bemühungen, einen parteilosen Weg in die Kulturpolitik &quot;meiner&quot; Stadt Essen zu finden, im aus berufenem Mund vorhergesagten Treibsand. Heute gab's dann obendrein - mal wieder, siehe letzten <a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=428">März</a> - Hiobsbotschaften aus der städtischen Sparpolitik: Ausgerechnet im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturhauptstadt_Europas" target="_blank">Kulturhauptstadtjahr</a> und kurze Zeit nachdem die Sparpläne der <a href="http://www.theater-und-philharmonie-essen.de/asp/gesamt.asp" target="_blank">TuP</a> (Theater und Philharmonie) vom Rat der Stadt wie auch vom Regierungspräsidenten gelobt wurden, schlägt der <a href="http://www.derwesten.de/staedte/essen/Sparpaket-trifft-Theater-und-Baeder-hart-id2673501.html" target="_blank">Stadtkämmerer</a> dermaßen mit der Sparkeule um sich, dass man die Schließung einzelner Sparten fürchten muss. Mir reicht's. Und deshalb gibt's ab heute eine neue Kategorie in meinem Blogg: Willkommen im <a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/index.php?cat=Kultursumpf">Kultursumpf</a>! <br />
 <br /><br /> <br />
Irgendwo muss ich ja &quot;Rettet das <a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=422">Theater</a>, wer soll denn sonst welches machen?!&quot; schrei(b)en können. Und meine Gedanken zum Thema <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kultur">Kultur</a> - eben dem, was den Menschen zum Menschen macht, weil es das ist, was Menschen machen (gut, das ist polemisch, aber nach einem solchen Tag, solchen Nachrichten darf man heute kein Feuerwerk aus Bonmots von mir erwarten) - brauchen einfach einen eigenen Platz. Also schaff ich mir den jetzt eben hier.<br /><br />
]]></description>
<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 22:47:46 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Mehr Verlockungen ;-)</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=569</link>
<description><![CDATA[<br />
Schon vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass ich hier im Blogg zwar meiner Freude über das Erscheinen von <span style="font-style: italic;">Nach seinem Bilde</span>, meinem Beitrag zur Erotikkrimianthologie <a href="http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=560"><span style="font-style: italic;">Sterbenslust</span></a>, Ausdruck verliehen habe - aber vergaß, dem eine<a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/index.php?cat=Leseproben"> Leseprobe</a> aus der Geschichte folgen zu lassen. Das hole ich hiermit also nach ...<br />
 <br /><br /> <br />
<div style="text-align: center;"><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;">Nach seinem Bilde</span></span></span><br /></div><br />Die geschwungene Linie ihres Rückgrates, die den schmalen Nacken mit der steil aufragenden Spitze ihrer rechten Hüfte verband, erinnerte an eine Dünenformation. Unendliche Hügel, ewige Weite, immer gleich und stets im Wandel - ein Meer aus Sand, in dem man sich verlieren konnte. Er schüttelte den Kopf und stieg endlich auch mit dem rechten Bein in seine Jeans. Dann begann er, vorsichtig den Raum unterm Bett mit dem Fuß abzutasten: Irgendwo mussten seine Stiefel abgeblieben sein! Ein Seufzer von ihr in dem Moment, als er mit dem Zeh an die scharfe Kante des Absatzes stieß, ließ ihn erneut aufblicken: Sie streckte und reckte sich, rollte von der Seite auf den Rücken. Das Bett knarrte leise und aus den Laken stieg der süßlich-scharfe, zugleich leicht moderige Geruch, den ihrer beider Körper dort hinterlassen hatten. Mit einem Mal öffnete sie die Augen und schloss sie sofort wieder, ohne etwas von ihrer Umgebung wahrgenommen zu haben. Wohlig lächelnd rollte sie weiter, bis sie erneut auf der Seite zu liegen kam. Jetzt allerdings wandte sie der Tür und damit auch ihm das Gesicht zu. &quot;Hmm&quot;, machte sie. Er lächelte: Im Schlaf beherrschte sie die Kunst des Schnurrens als sei sie eine verzauberte Katze. <br />Er kniete sich neben das Bett und zog die Stiefel darunter hervor, wobei er zugleich sein Sweatshirt wiederfand. Ihr Gesicht war nur Zentimeter von dem seinen entfernt, und er musste sich zusammenreißen, nicht ihren Nasenrücken anzuknabbern oder etwas anderes, höchst unbedachtes zu tun. Statt dessen zog er das Sweatshirt über den Kopf und griff hinter sich nach der Lederjacke. Wo die sich befand, wusste er zu jedem Zeitpunkt, so leidenschaftlich oder rauschhaft, dass er das vergaß, konnte nichts und niemand sein. Er fischte die Socken aus den Cowboystiefeln, streifte beides nacheinander über die Füße und stand auf. &quot;Hmmmm&quot;, machte sie erneut und lächelte im Schlaf. Entgegen der Vernunft beugte er sich runter zu ihr und küsste sie vorsichtig auf die Stirn. Sie schmeckte nach Salz mit einer herben Note, wie ein altes Holzfass, das zum Einsalzen frischer Lebensmittel dient. Eigenartig bei einer jungen Frau, wunderte er sich noch, als er bereits draußen auf der Straße stand. Noch eigenartiger war, dass sie ihn so beschäftigte. Egal. Er hatte viel zu erledigen und kaum mehr Zeit. Schon gar keine Zeit für Zweifel, Wünsche und andere Unmöglichkeiten. Also lief er los, weder das Nebelgrau noch die Passanten darin beachtend. Ob er der Winterkälte oder der gliederschweren Trägheit davon rannte, die dem Flug der Leidenschaft folgte, was änderte das schon?<br /><br />Als Lena erwachte, war es stockduster und sie war allein. Von nebenan drangen Geräusche aus der Wand. Ihre Nachbarn schauten mal wieder eine Vorabendserie. Sie hatte also noch Zeit. Schade, dass er schon gegangen war. Schade?! Er?! Hatte sie das wirklich getan? Abrupt setzte sie sich auf und warf dabei das zweite Kopfkissen zu Boden. Sie beugte sich runter, spürte den kalten Luftzug auf ihrer nackten Haut und hob das Kissen auf. Sie presste es an sich, roch Moschus und Rauch, etwas Öliges und Terpentin, und dann gab es keinen Zweifel mehr: Sie hatte mit dem Restaurator, der eigentlich der Assistent eines solchen war, geschlafen! Nun ja, das war auf eine verquere Art logischer, als davon geträumt zu haben. Mit einem Mann zu schlafen, war nichts, wovon Lena träumte. <br />Dante hatte er sich genannt. Das passte zu der Arroganz, mit der er tags zuvor aufgetreten war: Sie war beim Hängen der Ausstellung, stand auf der Leiter, hantierte in gefährdeter Position und doch hatte er darauf bestanden, dass sie ihm die Tür aufhielt, als er mit der Kiste mit den Bildern kam. Dabei waren es nicht mal &quot;echte Kunstwerke&quot;, war es ihr entfahren. Er hatte eine Augenbraue gehoben, sie halb amüsiert, halb skeptisch angeschaut und ihr, kurz bevor das Schweigen zu unhöflich geworden wäre, die Rechnung präsentiert: 500 € kostete es, die Blutflecken aus den Bildern von Birte, ihrer begabtesten Patientin, zu entfernen. Ein stolzer Preis, aber es musste sein. Birtes Bruder war der Sponsor der Ausstellung und ihres kunsttherapeutischen Projektes in den chronisch unterfinanzierten, städtischen Kliniken. Und Dante hatte ganze Arbeit geleistet: Die Bilder wirkten, als hätte Birte eben erst ihre Farben in wilder Wut auf die Leinwand geklatscht. <br />&quot;Erstaunlich&quot;, hatte Lena gesagt. <br />&quot;Wie Sie&quot;, hatte Dante trocken erwidert.<br />&quot;Bitte?!&quot;<br />&quot;Nun, Sie sind Kunsttherapeutin. Und Ausstellungsmacherin. Dass ausgerechnet Sie zwischen 'echter' und 'verrückter' Kunst unterscheiden, hätte ich nicht gedacht. Kunst ist Kunst, egal, wer oder was sie erschaffen hat.&quot; <br />So waren sie gestern aneinander gerasselt und Lena hatte gedacht, das wär es gewesen. Eine Begegnung mit diesem Kerl, der ein typischer Vertreter der Spezies &quot;kleiner, aber gut aussehender Mann kompensiert gefühlten Mangel an Männlichkeit mit Aggression und Arroganz&quot; zu sein schien, das reichte ja wohl. <br />Doch er war heute wieder gekommen. Wann er zur vormittäglichen Vernissage gestoßen war, war ihr entgangen. Erst, als die Räume sich merklich leerten, und sie sicher war, auch diesmal hatten Julian und Judith sie hängen lassen, hatte sie ihn gesehen: Er hatte ihr mit einem Wasserglas zugeprostet und ihr anschließend seine Hilfe beim Spülen aufgedrängt. Auf die zigste Nachfrage, was das sollte, sagte er schließlich, &quot;Ihr Großvater schickt mich.&quot; Allein das wäre ein Grund gewesen, ihn achtkant rauszuwerfen, und doch waren sie wenige Stunden später in ihrem Bett gelandet. <br />Und nun saß sie hier, im Dunkel des Winternachmittages, nackt und inzwischen frierend. Verflucht, was hatte der Kerl bloß mit ihr angestellt?! Der stumme Fluch löste ihre Erstarrung. Sie schaltete die Nachttischlampe ein und ging ins Bad. Auf jedem Quadratzentimer ihrer Haut spürte sie seine Berührungen. Schluss damit, dachte sie, und drehte den Wasserhahn in der Dusche auf, erst mal einen klaren Kopf und den fremden Geruch aus der Nase kriegen. Alles weitere würde sich finden. <br /> [...]<br /><br /><span style="font-style: italic;">aus: Nach seinem Bilde, von Mischa Bach, in: Sterbenslust, hrsg. von Paul Ott Gmeiner-Verlag 2010.</span><br /><br />
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<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 22:09:24 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Und ewig lockt das Weib ...</title>
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<description><![CDATA[<br />
Dass ich mich in Sachen Musik, isb. sämtlicher klassischer Varianten, als <a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=300">Analphabetin</a> fühle, hab ich sicher schon mal erwähnt. Aber das muss ja nichts heißen bzw. das heißt in meinem Fall ganz sicher nicht, dass ich deshalb Ohren und Finger davon ließe. Gestern war ich also im Aalto, um mich zwei Stunden lang <a target="_blank" href="http://www.wissen-im-web.de/wiki/Alban_Berg">Alban Bergs</a> Oper <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lulu_%28Oper%29"><span style="font-style: italic;">Lulu</span></a> auszusetzen. Ein Experiment. Und nun dazu der höchst persönliche, äußerst subjektive und ein wenig <a target="_blank" href="http://www.synaesthesie.ch/New/index.php">synästhetisch</a> eingefärbte Bericht ... <br />
 <br /><br /> <br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lftonmusik">Zwölftonmusik</a> also. Da fehlt mir dann alles, Theorie, Sprache, Ausbildung. Das kann ich nur anhören und schauen, was passiert. Die instrumentale Seite war auch ohne Melodien und ähnliche, vertraute Spannungsbögen hochinteressant. Sie erinnert ein wenig an Stummfilmmusiken, allerdings mit sehr viel weniger Pathos als dort üblich, was mir wiederum gut gefällt.<br />Schwierig find ich, dass mein ungeübtes Ohr keinen Zusammenhang zwischen dem, was das Orchester spielt und dem Gesang (Sprech-Sing-Gesang mit gelegentlichen Schrei-Kreisch-Einlagen könnte man es auch nennen, und ich mein das ganz neutral, schlicht beschreibend) erkennen kann. Nicht mal in der Rhythmik kommen diese beiden Fäden für mich zusammen. Vielleicht wäre das zu verschmerzen; womöglich würde ich mich da einhören. Nach der Pause bin ich mit meiner Begleitung nicht mehr in die zweite Reihe zurückgekehrt, sondern nahm in eine fast leeren Reihe am hintersten Ende des Parketts Platz. Das hatte immerhin den Vorteil, dass sich die Musik sehr viel besser und harmonischer (sofern man das bei Neuer Musik sagen kann oder darf) mischte und vor allem so auch der Gesang nicht mehr so leicht das Orchester komplett übertönte.<br />Vor den platten Texten jedoch, die Alban Berg für das Libretto nahezu eins zu eins aus  <a target="_blank" href="http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=445">Wedekinds</a> Dramen <span style="font-style: italic;">Der Erdgeist</span> und <span style="font-style: italic;">Die Büchse der Pandora</span> übernahm, rettete das nicht. Diese Idee des &quot;Ewigweiblichen&quot;, diese Lulu ist nun mal inhaltlich der hanebüchernste Schwachsinn, den sich nur ein sexuell repessiv erzogener, heterosexueller Mann, ein sogenannter Bildungsbürger des 19. Jahrhunderts ausdenken konnte - diese Geschichte an sich müsste man weder Schauspiel- noch auf der Opernbühne sehen. <br />Wobei, das Bühnenbild in Essen bietet an sich mit seinem halb durchscheinenden und zugleich als Projektionsfläche dienenden Vorhang, bei dem man nie wusste, seh ich grad den realen Umbau oder ist das ein Film oder wo mischt sich das, genug Sehenswertes. Allein die überblebensgroßen Lulu-Gemälde und die Kostüme anzuschauen wäre schon fast den Besuch im Aalto wert gewesen. <br />Dazu kam sowohl die beachtliche schauspielerische wie musikalische Leistung der Sängerinnen und Sänger, die sich mit Ausnahme des Darstellers des Athleten als überraschend gute Sprecher erwiesen. Wie man solche Text-Musik-Partituren lernt, wird mir vermutlich ewig ein Rätsel bleiben ... dass Stefan Soltesz als musikalischer Leiter und Dietrich Hilsdorf als Regisseur hier <a target="_blank" href="http://www.aalto-theater.de/asp/gesamt_einzelstuecke.asp?idperform=2485&sparte=1">Großes</a> geleistet haben, steht selbst für mich Opernlaien außer Frage. Das war die erste Oper, bei der die Handschrift der Regie wirklich eine Stückinterpretation zu sein schien, wie ich sie sonst nur aus dem Sprechtheater kenne. Und das mit diesem grauenhaften Text - das verdient Respekt.<br /><br />Was mich aber - mal wieder - noch mehr interessieren würde: Wie erleben andere <a target="_blank" href="http://www.zeit.de/online/2006/23/mein-leben-mit-musik?page=all">Synästhetiker</a> dieses Opernwerk in Zwölftontechnik? Auf der visuellen Seite, also meiner zweiten Wahrnehmungsebene in Sachen Musik, erwies sich der Gesang als eine Art Störfeuer. Das Orchester hatte auch im für mich sichtbaren Bereich die Klang-Farben, die Ton-Strukturen und das Körper-Hören (ich brauch also wirklich ganz neue Wörter, wenn ich über diese Seite meines Wahrnehmens schreiben will), die ich von all dem, was ich als Musik höre (und dazu gehört bei mir wenigstens im Klang-Farben-Bereich auch das, was ein MRT so an Tönen und Rhythmen produziert, während man drinnen in der Röhre liegt). Für den Gesang stimmte das jedoch fast nie. Aber anders als Geräusche, die ich sonst ausschließlich höre, die keine zweite Wahrnehmungsebene besitzen, bekam der Gesang eine zerstörerische Qualität. Wie ein aggressiver Radierer löschte er die &quot;Synneswahrnehmungen&quot; der Instrumente aus, riss Lücken und Löcher in die Textur dessen, was ich da Hör-Sah. Sehr eigenartig. Also, falls hier andere &quot;Synnies&quot; mitlesen, die es gelegentlich auch in die Oper und dann in Werke wie dieses verschlägt, würde ich mich über Kommentare oder auch Mails zum Thema sehr freuen.<br /><br />
]]></description>
<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 23:05:15 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Schreibdenken Bildskizzen</title>
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<description><![CDATA[<br />
Wenn ich wüsste, wie ich das Nachdenken über das Schreiben von Roman No. 4 mit Worten beschreiben kann, <img src="http://data.blogg.de/1095740/images/tanzpoesie6k.jpg" />  müsste ich keine Bilder verwenden, die eh nur halb passen:<br /> <br /><br /> <br />
Ich esse meine Gedanken ja nicht, ich folge ihnen und werde zugleich von ihnen verfolgt. Was ungefähr so ist, als legte man eine Spur, während man ihr folgt. Klingt paradox, aber genau so kommt's mir ja auch grad vor ... also, entschuldigt bitte, ich habe einen Roman (z.Zt. genauer seine Perspektive) zu denken!<br />
]]></description>
<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 18:32:31 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Herztier mit Worthirn</title>
<link>http://mischabach.blogg.de/eintrag.php?id=566</link>
<description><![CDATA[<br />
Schon seit Stunden zieht es mich zum Blogg, allein, das Telefongeklingel hielt mich ab. Dabei ist das Ziehen an sich überraschend oder doch unzeitig - aber das mag wohl eine Nebenwirkung sein, wenn ich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herta_M%C3%BCller" target="_blank">Herta Müller</a> lese. Und damit mein Hirn nun wieder frei wird für meine Worte, mein Schreiben, muss ich mich eine Runde über ihr merk-würdiges <a href="http://www.literaturforum.de/forum/weltliteratur-klassiker/5638-herta-mueller-herztier.html"><span style="font-style: italic;">Herztier</span></a> verbreiten. <br />
 <br /><br /> <br />
Bis sie im letzten Jahr den Nobelpreis für Literatur bekam, war sie für mich lediglich ein Name und Gesicht - ersterer so häufig, so allgemein, das er kaum für die Unterscheidung eines Indviduums zu taugen scheint, letzteres auf den ersten Blick unverwechselbar. Gelesen hatte ich sie bislang jedoch noch nicht. <br />Das ist eben so eine Sache mit den ernsthaften Autoren, den lebenden Klassikern, gewissermaßen. <a target="_blank" href="http://www.elfriedejelinek.com/">Jelinek</a> auf der Bühne ist okay für mich, zum Selberlesen aber ungeeignet. Sie macht mich ungeduldig. <a target="_blank" href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/christa-wolf">Christa Wolf</a> las ich als ganz junge Frau und war fasziniert. Spätere Versuche ermüdeten mich auf seltsame Art. Auch ihr begegne ich nun lieber durch den Regie-Schauspiel-Filter des Theaters. <a target="_blank" href="http://www.ingeborg-bachmann.cc/">Ingeborg Bachmann</a>, <a target="_blank" href="http://www.literaturhaus.at/autoren/M/mayroecker/">Friederike Mayröcker</a> und ihre Schwestern und Brüder - irgendwie kam es mir oft beim Lesen so vor, als seien sie einerseits Familie im Geiste, große Geschwister halt, andererseits blieb das Verhältnis genau deshalb meist schwierig oder kaum greifbar. <br />Jetzt also Herta Müller. Hätte ich nicht das Fernsehinterview mit ihr gesehen, das auf der letzten Frankfurter Buchmesse entstand, wer weiß, ob ich <span style="font-style: italic;">Herztier</span> gelesen hätte. Aber die Frau, die auf dem Sofa im Bildschirm saß, sich zugleich von der großen Öffentlichkeit hinter der Kamera scheu zu verstecken suchte und sich doch ganz ihrem Interviewpartner (sein Name ging im Nichts meines Namensgedächtnisses verloren, sein Gesicht und seine Brille blieben haften) zuwandte, nahm mich gefangen. Wie sie nach den exakten Worten suchte, um möglichst treffend, ja perfekt den Gedanken auszudrücken, der ihre Antwort auf sein Fragen war - das hat mich in Atem gehalten. Das hat mich so sehr begeistert, dass eine Freundin darüber das Buch kaufte, las und nun mir lieh.<br /><span style="font-style: italic;">Herztier</span>. Allein das Wort. Rumänien samt Diktatur und Banater Schwaben, das war bislang nichts, was irgendeine Nähe zu mir hatte, zu dem ich einen Bezug hätte. Aber das ist auch gar nicht wichtig, wichtig ist die Poesie und Exaktheit, mit der Herta Müller dem Alltag in der Unterdrückung nachspürt. Nie klang die Schere im Kopf genauer nach dem, was sie ist - klapperndes metallenes unausweichliches Zerschneiden von Gedanken und Beziehungen. Das habe ich so noch nie gelesen. Und selbst, wenn mir ihre Themen den Rest meines Lebens fern bleiben sollten (was ebenso so wie auch anders ausgehen kann), es war gut, sie zu lesen. Ihre Worte, ihre Sprache berührt und bereichert mein Worthirn und wohl auch mein Herztier ...<br />]]></description>
<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 13:38:04 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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<title>Ausgelesen</title>
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<description><![CDATA[<br />
Fünf höchst unterschiedliche Autoren, fünf komplett verschiedene Bücher, vereint nur durch die Tatsache, dass ich sie kürzlich gelesen habe: Wie schreib ich da am besten drüber? Fangen wir mit meinem größten Irrtum an - monatelang hatte ich mich von Cover und Titel von <a target="_blank" href="http://www.perlentaucher.de/autoren/17320/Gilles_Paris.html">Gilles Paris</a>' Buch <span style="font-style: italic;">Autobiografie einer Pflaume</span> abschrecken lassen. Und dann hat es mich überraschend gut auf der Fahrt nach Flensburg unterhalten.<br /> <br /><br /> <br />
Ein Buch zum Fremdschämen hatte ich nach dem Titel und angesichts des Covers - orange mit dem Foto eines dümmlich grinsenden Jungen mit fast rechtwinklig vom Kopf abstehenden Ohren - erwartet. So ein Buch hätte ich mir selbst nie gekauft, aber geschenkt bekommt man gelegentlich so manches ... das Buch hat mich noch immer nicht zur französischen Literatur bekehren können, aber die handwerkliche Leistung, ein Buch konsequent aus Sicht eines Zehnjährigen, der sich selbst versehentlich zum Waisen gemacht hat, ist schon der Anerkennung wert. Vor allem, weil Paris es versteht, der Kinderlogik, die Erwachsenensprüche, -erklärungen, -ausflüchten, eben den ganzen ach-so-gescheiten Verbalmüll der Nichtmehrkinder mit großer Konsequenz zu folgen. <br />Konsequent ist <a target="_blank" href="http://www.textwaren.de/">Corinna Waffender</a> in ihrem ersten Kriminalroman <a href="http://www.querverlag.de/books/Tod-durch-erinner.html"><span style="font-style: italic;">Tod durch Erinnern</span></a> auch, nämlich konsequent an ihren Figuren dran. Gut gezeichnet sind sie allesamt, von der Kriminalkommissarin, die sich ermittelnd zum ersten Mal in eine Frau verliebt, über den bandscheibenvorfallgeplagten Kollegen, die Tote (die aus Emails spricht), bis in die Nebenfiguren. Schön, sehr schön sogar der sorgfältige Umgang mit der Sprache. Schließlich ist Sprache das, was Literatur ausmacht - in diesem Fall beachtenswerte, sehr gut lesbare Spannungsliteratur, wie man so schön sagt.<br />Spannend ist André Kubiczeks<a target="_blank" href="http://www.textem.de/akubiczek.0.html"> <span style="font-style: italic;">Junge Talente</span></a>, das Aufwachsen und Erwachsenwerden in der DDR der Achtziger Jahre zum Gegenstand hat, vermutlich nicht nur für mich, die ich ja gerade selbst in diesem Jahrzehnt einen Roman ansiedle (allerdings ganz im Nordwesten). So sah es also auf der anderen Seite des deutsch-deutschen-Grenzspiegels aus - wenigstens in litrarischer Hinsicht. Mir hat's gefallen, denn auch hier wird nicht einfach nur eine Geschichte erzählt, sondern durch Sprach- und andere Bilder erst als solche möglich. <br />Sprache ist das große Ding in Kathrin Schmitts <a href="http://www.amazon.de/Koenigs-Kinder-Roman-Kathrin-Schmidt/dp/3442731550/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1266445342&sr=8-1"><span style="font-style: italic;">Königs Kinder</span></a>, jedenfalls für mich. Erst musste ich mich einlesen in die spröden Sprachformen und abweisenden Erzählweisen, mit denen sie die multiperspektivische Geschichte im Plattenbau verwebt. Dann zog mich hauptsächlich die eigentümliche Sprache weiter rein. Aber warum ich es zuende gelesen hab, weiß ich nicht mehr. Am Ende nervte mich dann das, was mich zwischendrin noch fasziniert hatte, es wurde zum Manierismus, war unnötig für das, was da erzählt werden sollte, wenn denn wirklich etwas erzählt werden sollte ... gekünstelt auf Abstand gehalten von den Figuren fühlte ich mich, dabei scheint Frau Schmitt es doch gar nicht nötig zu haben, mit intellektuellen Kunsttstückchen herumzufingern. Bei einem kürzeren Buch, das weniger komplex sein will, wär die Rechnung vielleicht aufgegangen. So weiß ich nicht, ob ich noch einmal zu einem anderen Buch der Buchpreisträgerin greifen werde ...<br /><br />
]]></description>
<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 23:17:28 +0100</pubDate>
<dc:creator>MischaBach</dc:creator>
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